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Ein Treibstoff für unser Gehirn: Wir denken in Bildern!

Mai 4, 2023 Von Zara Kapuci 0
Zara Kapuci

Ein Treibstoff für unser Gehirn: Wir denken in Bildern!

Geschichten bleiben in unserem Gedächtnis hängen. Anders als bei Fakten. Warum ist das so?

Geschichten in unserem Gehirn lösen bestimmte Emotionen und Gefühle aus. Insbesondere dann, wenn der Zuhörer sich als Subjekt in dieser Geschichte befindet und damit bestimmte Erfahrungen verknüpft. Die Synapsen im Kopf stärken sich, weil es bestimmte Muster im Gehirn erkennt. Deshalb behält der Mensch Geschichten länger im Kopf als irgendwelche Daten und Fakten.

Wir wissen zum Beispiel, dass Kinder nichts mehr lieben, als immer wieder dieselben Geschichten zu hören. Sie können nicht einmal etwas ändern, sonst beschweren sie sich. Geschichten haben für Kinder eine zusätzliche Funktion: Sie geben ihnen Halt und Zuversicht. Das gilt übrigens auch für uns Erwachsene: Wir haben einmal in unserem Leben sehr wichtige Geschichten gelesen oder gehört, und auch 20 oder 30 Jahre später lesen oder hören wir sie immer noch genauso gerne noch einmal. Es geht um Selbstbestätigung und Selbstvertrauen.

 Was ist die Moral der Geschichte? Storytelling ist ein wirksames Instrument für alle, die ihre Botschaft langfristig in ihrer Zielgruppe verankern, Identität schaffen und Aufmerksamkeit generieren wollen.

Geschichten funktionieren unwissentlich

Eine Studie von Christian Schleier mit dem Titel „Neuromarketing – Vom Mehrwert der Hirnforschung zum Marketing“ zeigt, dass unser Gehirn 95 % der eingehenden Informationen unbewusst und nur 5 % bewusst verarbeitet. Hier unterscheiden Sozialpsychologen zwischen explizitem und implizitem Bewusstsein. Sie fanden heraus, dass unbewusste Informationen viel schneller und mit wenig Energieverlust verarbeitet werden, weil das Unbewusste zu diesem Zweck auf bekannte Muster und Erfahrungen zurückgreift: Je erfahrener eine Person ist, desto weniger Zeit und Informationen benötigt sie, um eine Entscheidung zu treffen.

Geschichten funktionieren genauso. Sie sind strukturell mit bereits Gelerntem verwandt, also Mustern, Handlungen, Rollen, Schlüsselinformationen. Dieser Bezug wird erst in der „Moral der Geschichte“ deutlich – dem Schluss der Geschichte, den man auf sein eigenes Leben übertragen kann.

Geschichten lösen starke Emotionen aus

Je emotionaler eine Geschichte ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie uns bewegt und ihre Botschaft für uns Sinn ergibt. Emotionen werden vom sogenannten limbischen System verarbeitet, in dem sich unsere emotionale Intelligenz befindet. Es bestimmt, ob und wie Emotionen und damit verbundene Informationen uns beeinflussen und hat damit einen großen Einfluss auf die gesamte Gehirnaktivität. Das limbische System sorgt dafür, dass bedeutungslose und frivole Informationen nur im Kurzzeitgedächtnis gespeichert werden und im Zweifel gar nicht erst dorthin gelangen. Löst eine Information jedoch Emotionen aus, indem sie beispielsweise mit einem Erlebnis in Verbindung gebracht wird, landet sie im Langzeitgedächtnis. Das limbische System wird besonders von Geschichten, Bildern und emotionalen Wörtern wie „Tod“ oder „Liebe“ angezogen, schreibt Anne Murphy Paul in der New York Times. Das limbische System werden durch sogenannte Trigger direkt aktiviert, so in der Beschreibung von Petra Sammer nach Ihrem Buch „Storytelling“.

Geschichten schaffen Identität

Jede emotional aufgeladene Geschichte hat auch das Potenzial, eine Identifikation mit dem Protagonisten herzustellen. Es lädt Sie ein, das Verhalten oder die Persönlichkeitsmerkmale einer Figur leichter zu verstehen und sich in ihre Situation hineinzuversetzen. Wir leiden, weinen und freuen uns mit unseren Helden.

Aber wie ist das möglich? Auch dafür gibt es eine neurowissenschaftliche Erklärung: sogenannte Spiegelneuronen. Damit sind die Nervenzellen gemeint, die dafür sorgen, dass wir uns in andere einfühlen können, indem sie ihre Gefühle nachbilden (also spiegeln). Beim Storytelling sorgen Spiegelneuronen dafür, dass eine erlebte Handlung gewissermaßen als ihre eigene wahrgenommen wird.

Storytelling kann bewusst eingesetzt werden, um eine Identifikation mit einem Ereignis, einer Organisation oder einer Person aufzubauen. Dabei gilt: Je stärker die Story, desto identifizierbarer der Empfänger und desto glaubwürdiger die Botschaft. Auf dieser Grundlage können Argumente, Informationen und komplexe Zusammenhänge vermittelt werden, die nicht als rein sachliche Argumente oder Tatsachen gelten würden.

Geschichten werden in internen Bildern gespeichert

Menschen werden durch Visionen geformt. Mehr als 80 % der Informationen werden visuell empfangen, und 60 % der Gehirnaktivität wird der Wahrnehmung, Verarbeitung und Speicherung von Bildern gewidmet. Geschichten haben auch eine starke visuelle Wirkung, selbst wenn sie in Textform geschrieben sind. Das mag zunächst überraschen, da der Text optisch verschlüsselt ist und nicht direkt auf die Sehzentren des Gehirns zeigt. Bilder hingegen werden automatisch verarbeitet, erfordern wenig geistige Beteiligung und vermitteln leichter emotionale Erfahrungen.

Die Trennung von Bild und Text reicht jedoch beim Storytelling nicht aus. Durch den Bezug auf Erfahrungen und Muster, Emotionen und innere Identitäten erzeugen Geschichten ein inneres Bild im Kopf des Rezipienten und haben damit eine stärkere Wirkung als reine Sachtexte.

Erschaffe kraftvolle Geschichten

Und was ist die Moral dieser Geschichte?

Storytelling ist ein mächtiges Werkzeug für alle, die ihre Botschaft bei ihrem Publikum langfristig sichern, Identität schaffen und Aufmerksamkeit erregen wollen.

Jeder kann den Umgang mit diesem Instrument erlernen!

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Zara Kapuci

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